Guten Morgen, heute ist Weltfrauentag!

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Offiziell ist der 8. März im Jahr 1921 zum Internationalen Weltfrauentag gekürt worden. Seine Ursprünge gehen aber schon in das Jahr 1909 zurück. Der erste nationale Frauentag in den USA im Februar 1909 war ein voller Erfolg. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin schlug daraufhin 1910 in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vor, ohne jedoch ein bestimmtes Datum zu favorisieren. Damals kämpften die Frauen vor allem für die Einführung des Frauenwahlrechts.

Wenn die Vorkämpferinnen von damals sehen könnten, wie es den Frauen in Deutschland heute geht, würden sie vielleicht für die Abschaffung des Weltfrauentages plädieren, weil alle Ihre damaligen Ziele bereits erreicht sind.Aber das wäre ein Trugschluss.

 Wir brauchen den Weltfrauentag nach wie vor!

 Vor allem brauchen wir nach wie vor engagierte Frauen, aller Altersgruppen, die sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern Gleichberechtigung jeden Tag im Familien- und Arbeitsleben aktiv mitgestalten. Zunehmend wird das wieder schwieriger. Eva Buchhorn hat dazu im manager magazin einen sehr interessanten Artikel geschrieben, der jetzt auch in Spiegel online veröffentlicht ist. Darin macht sie unter anderen auf einen neuen Trend aufmerksam:

 „Junge Akademikerinnen entscheiden sich laut Geburtenstatistik wieder häufiger für Nachwuchs. Und weil sich Kinder kaum mit der Karrierewirklichkeit in deutschen Unternehmen in Einklang bringen lassen, droht der Pool an weiblichen High Potentials auszutrocknen, bevor er richtig voll war. Die von der großen Koalition beschlossene Frauenquote wird daran wenig ändern. Sie könnte sogar kontraproduktiv wirken. Selbst in Frankreich, über Jahrzehnte Hort der emanzipierten, berufstätigen Superfrauen, kommt es zu einer Gegenbewegung. Junge, gut ausgebildete Französinnen beschließen neuerdings häufiger, nach der Geburt zu Hause zu bleiben, um den Kindern eine perfekte Kindheit zu bieten.“

 Nun ist ja wirklich gar nichts dagegen zu sagen, dass wir unseren Kindern eine perfekte Kindheit bieten wollen. Das muss auch weiterhin das Ziel bleiben. Nur müssen wir eben alle daran mitarbeiten, dass es für die zukünftigen Frauengenerationen tatsächlich möglich wird, eine echte work live balance zu finden, die es gut ausgebildeten Müttern ermöglicht, glückliche Kinder zu erziehen und dennoch so im Berufsleben verankert zu bleiben, dass sie dann mit 40, 45, 50 Jahren wieder voll in die Karriere einsteigen können.

Das wird aber nur gelingen, wenn die derzeit überwiegend männlichen Entscheider in der Wirtschaft und in den Personalabteilungen erkennen und tatsächlich umsetzen, dass konstruktive erfolgreiche Arbeit auch innerhalb geregelter Arbeitszeiten zu bewältigen ist. Da können sie von Frauen, die ihren Tag mit Kindern straff durchorganisieren müssen, noch viel lernen. Viele nach 18 Uhr angesetzte Meetings würden dann entfallen können.

Es kann aber auch nur dann gelingen, wenn die Wirtschaft endlich das enorme Potenzial der über 40, 45 und 50-Jährigen erkennt und diese auch wieder zu Vorstellungsgesprächen einlädt.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Weltfrauentag.

Ihre Pia-Alexandra Kappus