Vater-Mutter-……..Elterntag

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Achtung! Wer am heutigen Vatertag noch kein Geschenk für den Muttertag hat, muss sich dieses Jahr richtig beeilen. Kaum kommen die Männer, vornehmlich diejenigen, die noch gar keine Kinder haben, von der feucht-fröhlichen Bollerwagentour zurück, steht schon der Muttertagsstress vor der Tür. Egal wie wenig man sich das Jahr über um das Wohlergehen der Mutter gekümmert hat, am Muttertag gilt es: Das Frühstück wird ans Bett gebracht, der obligatorische (total überteuerte) Blumenstrauß wird überreicht und selbstverständlich geht die ganze Familie ins Restaurant, damit die Mutter mal nicht am Herd stehen muss. „Macht das alles wirklich einen Sinn …?“ könnte man sich mit dem Liedtext der Band Juli fragen. Wollen sich Mütter heutzutage wirklich noch einmal im Jahr auf einen Sockel hieven und für ihre aufopferungsvolle tägliche Familienarbeit hochleben lassen? Oder steckt dahinter vielleicht ein überkommenes Frauen-, Mutter- und Familienbild, das mit unserer Lebensrealität eigentlich nichts mehr zu tun hat? Tatsächlich funktionieren Familien heute doch wesentlich arbeitsteiliger zwischen allen Familienmitgliedern als früher. Viele Mütter gehen arbeiten und sind nicht mehr allein zuständig für die Familienernährung und den Haushalt. Sie müssen nicht durch Restaurantbesuche vom Herd entlastet werden, ganz abgesehen davon, dass das sonntägliche Mittagessen um Punkt 12 Uhr längst einer entspannten Brunchkultur gewichen ist. Zugleich hat sich die Vaterrolle in gleichem Maße geändert. Statt des mit Bier befüllten Leiterwägelchens ziehen immer mehr Väter auf der Vatertagstour ihre Kleinen im trendigen Fahrradanhänger mit stylischem Wimpel hinter sich her. Die klassische Vater-Mutter-Kinder-Familie wird nicht selten durch die Patchwork-Familie abgelöst oder durch gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit Kindern. Brauchen wir in dieser Lebensrealität wirklich noch formelle Lobestage für Mütter und Väter?

Ich meine Nein und plädiere stattdessen für einen Elterntag. Im Arbeitsleben teilen sich immer mehr Mütter und Väter die Elternzeit, warum also sollten wir im privaten Bereich an einer starr getrennten Zuordnung verschiedener Festtage für Mütter einer- und Väter andererseits festhalten, wo es doch, wenn überhaupt, nur darum gehen kann, sich bei den Eltern für den persönlichen familiären Einsatz zu bedanken.

Was sagen Sie dazu? Wollen Sie Ihren persönlichen Vater- oder Muttertag behalten?

 

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